Teil 1 -Pflege des Pferdes nach dem Distanzritt – Inputs von den Profis
28 Reiter aus sechs Nationen haben im Rahmen der CEI Umfrage ihr langjähriges Wissen mit uns geteilt. Auf die acht Fragen rund um Training, Pause, Pflege nach dem Ritt, Fütterung und Management, werden wir in der kommenden Serie in fünf Teilen genauer eingehen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Reiter/innen, die sich viel Zeit genommen haben, diese Umfrage auszufüllen!
Anmerkung: Diese Ausführungen sind Antworten auf die Umfrage für CEI Reiter/innen. Es ist keine «Schritt-für-Schritt-Anleitung», sondern dient lediglich für Inputs. Die Meinungen verschiedener Antworten können deshalb auch unterschiedlich ausfallen. Dieser Artikel gilt der Horizonterweiterung für Distanzreiter aus allen Niveaus. Mehrere Antworten wurden aus anderen Sprachen ins Deutsch übersetzt. Bei gleichen Antworten wurden sie zusammengefasst, wo sinnvoll.
Frage an die CEI Reiter/innen:
«Pflege nach dem Ritt. Wie sieht das «Pflege-Programm» des Pferdes aus, nach der Schlusskontrolle sowie in den darauffolgenden Tagen? (z.B. laufen, Kühlgel, Ruhebandagen, Physio, Herzfrequenzmessung, Vortraben, Fotos, Body Score Index ….). Wie unterscheidet sich die Pflege zum Niveau der Pferde? (z.B. Novice Pferd vs. CEI Pferd vs. Championatspferd)? Bitte beschreibe deine eigenen «Pflegerituale» so ausführlich wie möglich.»
Antworten:
Beine ausgiebig pflegen, mehrere Tage Lehm auftragen, abwaschen, kontrollieren, frischer Lehm auftragen. Arnikagel nach Bedarf.
Tägliche Kontrolle des Pferdes auf Schwellungen, Wärme etc.
Am Folgetag kalt aus der Box vortraben (gerade aus und auf der Volte), Rücken und Muskeln abtasten. Schon von Novice Quali an integrieren, da es Hinweise gibt auf spätere Belastungen, Training kann angepasst werden und es kann verglichen werden, wenn Pferde später auf höherem Niveau laufen.
Ich unterscheide nicht zwischen Novice Pferd und CEI Pferd – weil sie alle haben eine Leistung an der Spitze ihres Leistungsvermögens gezeigt. 30-60min nach dem Ritt, während wir das Resting Area aufräumen, frisst das Pferd. Danach Lehm und nasse Bandagen, 15min laufen. Am nächsten Morgen Beine kalt abspritzen, 30min laufen. Zu Hause Ice Vibe Gamaschen.
Nach dem Ritt Beine ordentlich kühlen (Eis-)Wasser, Ice Vibe Gamaschen, anschliessend mit Traumeel-Gel grosszügig einschmieren (eine ganze Tube auf 4 Beine verteilt). Rest des Pferdes eher warm halten. Danach Pferd in Ruhe lassen (nicht mehr daran herum drücken, führen, überall hin mitnehmen). Abends nochmals zügig führen. Viel Wasser und Raufutter sowie Salzleckstein zur Verfügung. Rückkehr im Stall nochmals Beine mit kaltem Wasser kühlen und Traumeel drauf. Pferd 24h auf die Weide lassen. Tag 1 und 2 jeweils ca. 1h führen, auf ebenen harten Böden.
Direkt nach der Schlusskontrolle füttern und Eisgamaschen. Danach Tonerde auftragen und 1h Schritt führen, mit etwas grasen dazwischen zum auslaufen und Cooldown. Anschliessend Kompressionsgamaschen. Abends und am nächsten Morgen nochmals laufen. Ich mache Fotos vor der Abfahrt und bei Ankunft zu Hause um den Zustand des Pferdes zu vergleichen.
Nach der Schlusskontrolle gibt es erst mal Heu, Gras und Pause. Auf die Beine kommt Lehm. Später noch etwas Laufen und dann ein Mash auf dem Paddock oder in der Box. Je nachdem wie spät es ist, am Abend nochmal etwas Bewegung oder wenn wir zu Hause sind Weide. An den nächsten Tagen kontrolliere ich die Bewegung im Schritt und Trab.
Regelmässige Herzfrequenzmessung in der 1h nach dem Rennen.
Pferd nach dem Ritt säubern (Schweissreste, Sand, Dreck…), Beine mit Arnikagel einsalben, Mash füttern, viel Heu. Bei hartem Boden, heissen Temperaturen, langen Ritten werden Hufe und Beine noch extra gekühlt in einem Eisbad. Bemerdecke. Ich verwende keine Ruhebandagen.
Ich verwende 4 – 5 Tage Lehm / Eis, manchmal auch länger, hängt vom Einzelfall ab. Auch bei kurzen Rennen und selbst wenn die Pferde noch jung sind, neige ich immer dazu, sie vollständig auskurieren zu lassen, auch wenn sie keine Anzeichen von Ermüdung zeigen, denn Vorbeugen ist besser als heilen!
Erste Nacht eindecken. 2, 4, 6 und 10 Stunden nach dem Ritt spazieren gehen und mit kaltem Wasser die Beine kühlen.
Im Zelt (Resting Area) darf das Pferd fressen, während wir es sauber putzen. Danach die Gliedmassen 20min mit Eis kühlen. In der Box gibt es Ruhebandagen mit Unterlagen, die in einer Lotion getränkt sind (Absorband Liquid von Greenpex). Die Bandagen bleiben über Nacht dran. Ich bin nicht unbedingt dafür, nach dem Rennen stundenlang zu laufen. Ich denke, dass das Pferd, genau wie wir nach einem Marathon, seine Gliedmassen genug beansprucht hat. Am nächsten Tag entferne ich die Bandagen, lasse das Pferd laufen/grasen und lege erneut die Bandagen für den Transport an (wieder mit der Lotion).
Wenn es am Ritt-Tag heiss war, dann bandagiere ich mein Pferd, denn dann macht es eher dicke Beine, als wenn es kühl und das Geläuf eher weich war. Kühlgel und Lehm verwende ich in der Regel nicht.
Direkt nach dem Rennen werden die Beine mit Lehm gekühlt, auch für die folgenden zwei bis drei Tage. Danach Bemerdecke einmal am Tag für ca 10 Tage. Die Fütterung ist in den ersten drei Tagen noch speziell. Schutz des Magens, Vitamine, Magnesium, Mash, eingeweicht Heucobs. Ich mache keine grossen Unterschiede zwischen Novice Pferd (ab ca. 60km) oder CEI.
Bei allen Pferden gleich. Keine besonderen Rituale. Ich bin kein Freund von Bandagen etc.
In der Nacht soll das Pferd warm haben, also entsprechend eindecken. Genug Heu und Wasser!
Pause auf der Weide, erste Paar Tage nicht in der Herde, zur Erholung und zum Schutz. Keine lange Anwendung von Bandagen, weil es überhitzen könnte. Vor und Nach dem Ritt verwende ich einen Inhalator mit NaCl um die Atemwege frei und sauber zu halten.
CEI-Pferde, egal ob es ihr erstes Mal ist oder ob sie für die Weltmeisterschaft trainieren, erhalten genau die gleiche Pflege. Keines darf mehr Pflege erhalten als das andere, alle MÜSSEN die bestmögliche Pflege erhalten, um unter den besten Bedingungen für die Pferde die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Sie stehen immer an erster Stelle. Wenn ich von Ergebnissen spreche, meine ich nicht die Platzierung, sondern die Leistung des Pferdes, damit es 100 % geben kann, ohne durch mangelnde Pflege, schlechte Futterqualität, unzureichende tierärztliche Betreuung und willkürliche Entwurmung eingeschränkt zu sein.
Der Ablauf bleibt unverändert. Tägliche Sichtkontrollen waren bisher völlig ausreichend. Physiotermine erfolgen im 4-6 Wochen Rhythmus. Dauerte die Reise im Hänger mehrere Stunden (Auslandsritt) gibt es Wie die Tage zuvor noch danach einen Magenschutz zum regulären Futter dazu.
Am Abend nach einem Rennen legen wir zunächst etwa zehn Minuten lang Eis auf die Gliedmassen. Anschliessend lassen wir die Gliedmassen eine Weile ruhen, bevor wir oft Arnika-Bandagen anlegen. Ausserdem halte ich es für wichtig, das Pferd nach der Anstrengung regelmässig zu führen und spät am Abend noch einmal nach ihm zu sehen, um seinen Zustand zu überprüfen. Es kann sinnvoll sein, auch den Herzschlag zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass das Pferd nicht zu hoch und unbeweglich bleibt. Auch am nächsten Tag ist es wichtig, sich nach der Ankunft im Stall Zeit zu nehmen, um das Pferd zu führen und seinen Allgemeinzustand zu beobachten. Eine weitere hervorragende Möglichkeit, wenn man die Gelegenheit dazu hat, ist es, das Pferd auf dem Rückweg für einige Minuten an einem sicheren Ort auszuladen, um es laufen zu lassen und ihm zu ermöglichen, etwas Gras zu fressen. Man sollte auch auf Anzeichen wie Dehydrierung achten und nicht zögern, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, wenn das Pferd nicht in Topform ist, da die Rückfahrt die Situation leider oft verschlimmern kann.
Magenschoner auch für die Heimfahrt und die ersten Tage nach der Rückkehr verwenden.
Bandagieren aller Beine am Abend nach dem Ritt, diese lasse ich bis sie am nächsten Tag auf die Weide gehen. Schauen wie sie fressen, was sie fressen. Kühlgel direkt nach dem Ritt auf die Beine. Vortraben am Tag nach dem Ritt auf dem Weg auf die Weide.
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