Resultate CEI Umfrage Teil 3 - Training

Teil 3 - Einblicke ins Training des Distanzpferdes – Inputs von den Profis

 

28 Reiter aus sechs Nationen haben im Rahmen der CEI Umfrage ihr langjähriges Wissen mit uns geteilt. Auf die acht Fragen rund um Training, Pause, Pflege nach dem Ritt, Fütterung und Management, werden wir in der kommenden Serie in fünf Teilen genauer eingehen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Reiter/innen, die sich viel Zeit genommen haben, diese Umfrage auszufüllen!

 

Anmerkung: Diese Ausführungen sind Antworten auf die Umfrage für CEI Reiter/innen. Es ist keine «Schritt-für-Schritt-Anleitung», sondern dient lediglich für Inputs. Die Meinungen verschiedener Antworten können deshalb auch unterschiedlich ausfallen. Dieser Artikel gilt der Horizonterweiterung für Distanzreiter aus allen Niveaus. Mehrere Antworten wurden aus anderen Sprachen ins Deutsch übersetzt. Bei gleichen Antworten wurden sie zusammengefasst, wo sinnvoll.

 

In diesem Artikel werden zwei Fragen thematisiert (zweite Frage weiter unten)

 

Frage Nr. 6 an die CEI Reiter/innen:

 

«Wie sieht dein Trainingsplan (grob oder Detail) für ein (Jung-)pferd aus, welches auf die Novice Qualifications bis 80km vorbereitet wird? Klar, jedes Pferd ist Anders, aber ein gewisses Grundprinzip wird womöglich vorhanden sein?»

 

Antworten:

 

Routine erarbeiten, Bodenarbeit/Gehorsam, in der Gruppe reiten, Positionswechsel, Stangentraben, Grundlegendes wie Verladetraining und auswärts reiten gehen.

 

Grundsätzlich IMMER: Qualität vor Quantität. Es geht weniger darum, WAS trainiert wird, sondern WIE trainiert wird. Schwächen des Pferdes analysieren und dementsprechend trainieren. Mehr ist nicht mehr. Ein schräges, instabiles Pferd rennt nicht besser, nur weil es schnell und hart trainiert wurde. 

 

Junge Pferde eher daran gewöhnen, lang zu laufen. Geschwindigkeit wird nicht trainiert, Geschwindigkeit kommt mit Selbstvertrauen Pferd.

 

Ich qualifiziere gerade mein Jungpferd. Im Februar lief sie 40, im April 60. Im Juni 80 und dann erst im Oktober nochmals 80. Wegen dem frühen Saisonstart bekommt sie eine grössere Sommerreitpause nach dem ersten 80iger. Meistens ist sie einfach an der Hand dabei. Somit trainiert sie die Kilometer, aber ohne Reitergewicht.

 

Vorbereitung für EVG1 ohne Gewinnambitionen: Pferd regelmässig mehrmals pro Woche reiten im Gelände, ab und an mal leichte Gymnastikarbeit. Vorbereitung für EVG2/3: ca 2 Einheiten/Woche à mindestens 2h eher langsam mit viel Schritt und Trab, 1 Einheit etwas kürzer dafür zügiger, restliche Tage Longe, Gymnastik, Handpferd und Frei. Vorbereitung EVG 4: 2-3 Einheiten/Woche à mindestens 2,5 h wovon eine ca. 4h / 1 Einheit etwas kürzer und zügiger, restliche Tage Longe, Gymnastik, Handpferd und/oder frei, je nach Pferd auch bis max. 21 Tage vor dem Ritt 1-2 Galopptrainings à ca 30-45'.

 

Viel ausreiten, viel Halle im Winter (Dressur, Gymnastikkurse). Dann immer wieder längere Ausritte. Bei Langstrecken auch 5-6h. Dazu im Frühjahr in der Regel meisten 3 Tage Jura, in diesen Tagen total bis 120km reiten. Über 80km auch mal Galopptrainings. Aber meistens Ausritte, bei uns hügelig.

 

Etwa 3x Pro Woche ins Gelände etwa 15-20km ruhiges Tempo mit viel Schritt. Dazu einmal Dressur oder Stangenarbeit

 

Beim Aufbau des (Jung)pferdes achte ich auf viel Abwechslung (Ausritte, Longen- & Bodenarbeit, Spaziergänge, Stangengymnastik, Trails, etc.). Hängertraining mit Auswärtsritten /-trainings verbinden, Routine und Vertrauen aufbauen. Und immer wieder Pausen, damit das gelernte verarbeitet werden oder Organismus sich erholen kann. Dabei unterscheide ich, ob ich 30-60+km oder 80+km vorbereite. Beim Training für 30-60km reichen 2-3 Ritte von 1-1.5h und am Wochenende ein Ritt von 2-3h oder mal ein Wanderritt von 4h. Dazwischen gibts aktive Pausentage in Form von Longen-/ Bodenarbeit, Spaziergängen, Gymnastik. Hat das Pferd schon eine gewisse Basis wird das tägliche Arbeitspensum nach der Winterpause nach und nach erhöht. Die Trainingswoche enthält drei bis vier Trainingstage, die entweder aufeinander aufbauen, indem sie direkt nacheinander gelegt werden oder sich mit Pausentagen abwechseln. Die Eineiten richten sich nach der Strecklänge, dem Geläuf, etc. Auch hier sind regelmässige und ausreichende Pausentage wichtig damit der Organismus sich erholen kann.

 

Bis 40/60 Kilometer "normales Freizeitreiten" -->Gymnastik, Fahrtenspiele, Spazieren, teilweise Bergtraining wenn bekannt ist, dass das Rennen ein bergigies Geläuf hat. 80km --> Hauptsächlich Fahrtenspiele (10-15km). Alle 10 Tage größere Trainings(20-30km). 2 Wochen vor dem Rennen Abschlusstraining. Danach entspannt, bis zum Rennen.

 

Jeden zweiten Tag reiten, mind. 2 Std. mit Jungpferd / mind. 3 Std. für Ritte ab 120 km. Diese langen Trainings sind meistens ruhig, in hügeligem Gelände, auf guten Böden ein Trab oder Galopp. Trainingsinputs je nach gesetztem Ziel, ca. alle 10 - 14 Tage. Dies können sein 3 - 5 Std. Training eher zügig mit "VetGate" und Pause wie an einem Ritt oder ein Galopptraining 45 Min. bis 2 x bis zu 60 Min. mit "VetGate" --> WICHTIG: nach diesen Trainingsinputs genügend Pause einrechnen, je nach Dauer und Härte 3 - 5 Tage.

 

Bis 80km und für junge Pferde: Grundausbildung auf dem Platz (Gangarten, locker), Fähigkeiten in allen Geländen zu reiten, ohne Stress in der Gruppe reiten. Die Problemzonen / Schwierigkeiten eines jeden Pferdes erkennen lernen (z.B. Linksgalopp stärker als Rechtsgalopp, Schiefe, Gleichgewicht etc.). Trainingsstrecken 10 bis 25km, viel im Schritt, schöne Abschnitte im Trab (max.12 km/h) und je nach Leistungsniveau des Pferdes auch Galopp. Kleine Steigungen im Schritt einbauen, um langsam das Gleichgewicht und die Standfestigkeit des Pferdes zu verbessern. Höhere Geschwindigkeiten werden erste dann eingebaut, wenn man ein höheres Durschnittstempo von 17-18km/h am Distanzritt anstrebt.

 

Für die Qualifikation von 80km habe ich drei bis vier Mal pro Woche trainiert, jeweils ein paar Stunden pro Ritt. Meistensi m Schritt, mit ein paar Minuten Trab und Galopp. 

 

Viel Schritt im Gelände 3 Tage die Woche anfangs 2 bis 3 Stunden und 2 mal Gymnastizieren in der Halle, dann langsam das Gelände verlängern und Trab sowie später Galopp dazu. In einer Woche sollte zum Schluss die Kilometer erreicht werden, die am Wettkampf geritten werden.

 

Etwa die Hälfte der angestrebten Wettkampfkilometer pro Woche zurück legen (z.B. 40km Distanzritt = 20km pro Wochei m Training). Etwa 60% der Ausritte im aktiven Schritt, 30% in den anderen drei Gangarten (ohne die Gesamtdurschnittsgeschwindigkeit über 8 km/h zu bringen) und 10% Arbeit auf dem Reitplatz.

 

Mindestens jeden zweiten Tag 1,5 bis 2 Stunden ausreiten (evtl. auch nur als Handpferd). 2 x pro Woche Bergtrab, wobei mindestens 20 Minuten am Stück. Dazwischen Dressur mit Seitengängen und ein paar Sprünge auf der. 1 bis 2 mal pro Woche "spiele" ich auch nur an der Hand, mit und ohne Seil, und löse Bodenarbeits-Aufgaben mit Stangen, Fässern, Plastikplanen, Horseball usw. Dabei halte ich mich an die Prinzipien von Natural Horsemanship, was meine Beziehung zu meinen Pferden verbessert und vertieft und damit die Grundlage für eine gute Kommunikation ist. Dank einer guten Beziehung zu meinen Pferden, laufe ich viel weniger Gefahr, sie in einem Rennen zu überfordern.

 

Individuell, je nach Alter des Pferdes, bevorstehende Prüfung, Böden, Zeit und Ziel des Wettkampfes. Grundsätzlich sehr Abwechslungsreiches Training. Lange zügige Schrittausritte, Bergtraining 3-5h, längere Ausritte in allen Gangarten ca. 20-25km und bei CEI auch Galopptraining. Integriert wir das Laufband und Longe (galoppieren ca. 20min ) auf dem Reitplatz.

 

Gute Dressurausbildung und Springgymnastik. 2-3 mal die Woche locker ins Gelände 20-30 km pro Einheit.

 

Seriöse Grundausbildung. Normales reiten im Gelände 5x die Woche. Viel Schritt. Lange Ausritte, Wanderritte. Traben und galoppieren wie normaler Ausritt, reicht als Training bis 80km.

 

Abwechslung von zwei Tagen leichtere Arbeit und intensivere Arbeit. Der dritte Tag jeweils frei. Intensität kann entweder länger oder schneller sein, aber nicht beides gleichzeitig. An den Ritten nur Tempo oder Distanz erhöhen, aber auch hier nicht beides gleichzeitig. Den Ritt zu beenden ist wichtiger als das Tempo.

 

Viele lange und langsame Ritte (langsam = Gangart Schritt, aber zügiger Schritt, nicht schlendern!). Möglichst viele Stunden im Schritt auf allen möglichen Untergründen und Höhenmetern. Einmal pro Woche 15-20 Kilometer mit Trab und Galopp. Zwei mal pro Woche für 80km Ritt.

 

Für einen 80km Qualiritt reite ich meistens jeden zweiten Tag und longiere mehrmals die Woche. Als Aufbau zum 80er gibt es meistens einen 40km und evtl. 65km Distanzritt. Normalerweise reite ich 1.5 – 3h in den Hügeln, mit viel Schritt sowie aktiven Trab/Galopp Sequenzen.

 

Der Spass muss erhalten bleiben für Alle Beteiligten. Genug Grundlage am Boden schaffen bevor mans in den Sattel übernimmt. 2x pro Woche Bodenarbeit/ Longe, 3x pro Woche Reiten (1x Reithalle, 2x Gelände, 1x davon grosse Runde… so ungefähr…) aber sehr flexibel je nach Wetter. Gern Wanderritte für die Grundausdauer, Vertrauen, Routine…

 

Ich habe kein festes Programm, da ich das Training jedes Pferdes individuell an die Anforderungen des jeweiligen nächsten Rennens anpasse. Das hängt wirklich von Pferd zu Pferd ab, auch wenn sie sich auf dasselbe Rennen vorbereiten. Schließlich gibt es tausend verschiedene Möglichkeiten, Pferde vorzubereiten. Es hängt von seinem Gesundheitszustand, seiner Belastbarkeit im Training, seiner Empfindlichkeit in den Gliedmaßen, seinem Charakter und seiner Funktionsweise ab. 

 

In der Woche langsam beginnend zum Ende der Woche das größere Training. Danach mindestens 2-3 Tage Pause. Ritte bis zu einer Länge von ca 20 - 30 km. Allerdings eher ruhiges Tempo. Die Strecke und die Routine zählt nicht die Geschwindigkeit.

 

Long slow distance, Schritt ist das Mass aller Dinge. Kann ein Pferd  und Reiter nicht 5h im zügigen Schritt (nicht unter 6km/h) unterwegs sein gehören sie nicht auf ein EVG4 (80km).

 

Bei jungen Pferden reichen meiner Meinung nach drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche aus. Bei jungen Pferden lege ich den Schwerpunkt eher auf Entspannung und ruhiges Training als auf Intensität. Das Training darf für sie kein Stressfaktor sein. Man muss beim Training sehr schrittweise vorgehen und sollte nicht zögern, ihnen nach Erreichen des Jahresziels lange Ruhephasen zu gönnen, damit sie sich erholen und vor allem weiterwachsen können. Ein zu regelmässiges Training über das ganze Jahr hinweg könnte ihr Wachstum beeinträchtigen, da Araber sehr spät ausgewachsen sind. 

 

Die Hälfte der Kilometer, die ich starten will, pro Woche reiten. Am Wochenende lange hügelige Trainingsritte in der Gruppe.

 


Frage Nr. 7 an die CEI Reiter/innen:

 

«Galopptrainings sind aktuell bei uns voll ein Hype bei Einsteigern. Ab wann / welchem Trainingsniveau werden Galopptrainings integriert? Wie sieht das Training aus (Dauer, Boden, Tempo, Häufigkeit…)? Sinn und Unsinn?»

 

Antworten:

 

ab CEI1* Niveau, gute Böden, Sand und Wiesenwege im Gelände. Steigern ab 8km-20km Länge, Tempo zw. 18-23km/h

 

Schwierig zu sagen. Wenn das Galopptraining hilft, eine gewisse Schwäche zu trainieren, kann man das integrieren. Grundsätzlich aber ab 100km. Boden gemäss Schwäche oder Rennen. Tempo: Wohlfühltempo des Pferdes herausfinden. Einfach galoppieren, damit galoppiert ist: Unsinn. Für Einsteigerpferde sind andere Dinge viel viel wichtiger, als Galopptraining. Galopp ist eine schräge Gangart. Wenn man einfach galoppiert, ohne zu schauen, wie sich das Pferd bewegt oder in welcher Haltung es galoppiert, wenn man das Pferd nicht verändern kann, hilft es noch weniger. 

Für 160km galoppieren wir 1x in der Woche, 2 Wochen vor dem Rennen machen wir ein grosses Galopptraining (2x 1.5h). Eine genaue Antwort zu geben ist wirklich schwierig, Galopptraining finde ich eine grosse Kunst, es kommt SEHR aufs Pferd an und auf das Ziel, welches der Reiter verfolgt. Galopp kann auch sehr stressig sein für die Pferde, wir Reiter müssen wissen, wie wir unserem Pferd die beste Erfahrung bieten können.

 

Frühes Galopptraining ist nicht unbedingt falsch, wenn richtig aufgewärmt und gutes Cooldown. Das Europäische Tempo wird immer höher, mit 15km/h ist man weit aus Letzter. Also warum nicht langsam damit anfangen? 1-2x pro Woche 10-20 Minuten reicht für 60km oder den ersten 80er. Für den zweiten 80er auf 30 Minuten.

 

Ich mache Galopptrainings ab Vorbereitung auf 80 km, wobei ich junge Pferde auch schon mitnehme auf eine Galoppbahn. Junge Pferde gewöhnen: Jungen Pferden fällt der Galopp auf geraden langen Strecken deutlich einfacher als auf engen Waldwegen oder kleinen Reitplätzen. Die ersten Galoppversuche mache ich im Gelände, sobald das Angaloppieren gut klappt, fahre ich mit dem Jungpferd auf eine Galoppbahn, wo ich nur kurze Distanzen von wenigen 100m galoppiere. Aufwärmen im Schritt und Trab auf der Sandbahn, so lernen sie die Bahn kennen. Danach kurz angaloppieren und wieder in den Trab zurück. Dies 3-4x wiederholen und dabei immer auf Ruhe und Gelassenheit achten. Wenn es gut klappt, ausschritten und heimfahren. Kein Training an und für sich. So lernen sie das Galoppieren mit Platz, lernen die Galoppbahn kennen und benehmen sich ruhig und gelassen. Wenn es dann später zu Galopptrainings kommt, klappt das gelassen Galoppieren bei rund 100 Sprüngen pro Minute schon mühelos und läuft ohne Stress ab. Vorbereitung auf 80km: ca. 30 Tage und 21 Tage vor dem Distanzritt 30-45' Galopptraining bei rund 100 Sprüngen pro Minute, je nach Pferd, Fitness, Wetterverhältnissen, etc. / entspricht ca. 8-12 km. Voraussetzung: GUTER Boden, z.B. Sandbahn Holziken oder Avenches, evtl. Grasbahn Aarau.

 

Machte es erst für CEI. Sonst keine konkrete Galopptrainings. Eher zügige Ausritte

 

Ich reite erst gezielt Galopptraining seit wir international starten. National noch nie gemacht und nie gebraucht. Vorbereitung für 2* etwa 3x vorher längerer Ritt.  Einmal davon etwa die Hälfte der Wettkampfstrecke im Wettkampftempo.

 

Erst ab 80+km. Mit kurzen Einheiten von 15' beginnen. Auf guten, ebenen Boden und gleichmässiges, ruhiges Tempo achten.

 

Galopptraining ab 100Kilometer. Wenn möglich auf der Rennbahn, ansonsten möglichst lange Strecke am Stück galoppieren. Alle 10 Tage, das längste Galopptraining ist das Abschlusstraining (2 Wochen vor dem Rennen). Bei kürzeren Strecken (Einführungsrennen) macht es mehr kaputt, als das es hilft.

 

Galopptraining mache ich mit jungen Pferden erst für den ersten 1* Ritt. Die Novice Qualis sollte ein junges Pferd für die "Angewöhnung" an seinen zukünftigen Job machen können ohne solche "Spezialtrainings".

Für 1*: ein Galopptraining ca. 3 Wochen vorher, ca. 30 Min. Am Montag vor dem Ritt, ca. 30 Min.

Für 2*: wie für 1* jedoch bis zu 50 Min. Am Montag vor Ritt, ca. 45 Minuten.

Für 3*: ca. 2 Galopptrainings im Abstand von 2 - 3 Wochen, 50 Minuten. 14 Tage vor Ritt: 2 x 50 Min. mit einer Pause von 40 Minuten, VetGate üben: Pulskontrolle. Am Montag vor dem Ritt, meistens noch zu Hause, ca. 45 Minuten. Am Tag nach der Ankunft um alle "Schadstoffe" aus der Lunge zu pusten, ca. 30 Minuten ruhiger Galopp.

Diese Menge der Galopptrainings sind für meine Ziele gedacht. Will jemand mit seinem Pferd schnelle Ritte absolvieren und jeweils mit der Spitze mithalten können, müssen mehr Galopptrainings eingeplant werden, um die Geschwindigkeit des Pferdes zu beeinflussen. Wobei auch diese mit der Genetik limitiert ist. Und... die Geschwindigkeit macht die Pferde kaputt... Faustregel:  2 Jahre ein schnelles Pferd haben oder mehrere Jahre ein gutes Pferd haben...

 

Für mich ist das falsch. Ich erkläre es genauer. Etwa zehn Minuten Galopp mit vielen Pferden in einer Reihe – das ist hervorragend geeignet, um dem Pferd beizubringen, nicht vorzudrängeln, in der Gruppe zu bleiben, mit dem eigenen Stress umzugehen und den Stress des Reiters zu bewältigen. Ansonsten sollte der Galopp bei Pferden, die nicht an CEI*-Turnieren teilnehmen, ausschließlich auf Ausritten durchgeführt werden, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet – ohne es zu übertreiben und bei geringer Geschwindigkeit. Wenn ich hingegen ein Pferd auf ein Schnellrennen vorbereite, baue ich echte Galopptrainings ein: in der Regel 40 Minuten auf einer Hand, Pause und 40 Minuten auf der anderen Hand. Das letzte Training sollte etwa 15 Tage vor dem Rennen stattfinden und eine Geschwindigkeitsstufe unter der Geschwindigkeit liegen, die man im Rennen erreichen möchte. Außerdem wird nach Ablauf der 40 Minuten die Zeit mit dem Herzfrequenzmesser gemessen.

 

Das hängt sehr davon ab, welches Gelände man zu Hause hat. Bei mir ist es bei Regen schon schwierig, auch nur im Trab zu reiten, deshalb gehe ich sehr oft auf die Rennbahn, um zu galoppieren, auch wenn es nur 5 km sind. Für ein CEI1*-Rennen gehe ich zweimal auf die Rennbahn (4 Wochen und 2 Wochen vorher) und lege zwischen 15 und 20 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h zurück. Für eine CEI2* fahre ich ebenfalls zweimal hin, lege aber 20 km mit 20 km/h, 1,5 km mit 25 km/h und 1,5 km mit 30 km/h zurück, um Laktattraining zu machen. Ausserdem mache ich einmal ein Bergtraining von etwa zehn Kilometern. Für einen CEI3* gehe ich dreimal auf die Bahn + 1 Bergtraining, immer wie bei einem CEI2*.

 

Wenn man mal Gas geben will, sonst nicht.

 

Nur zur Vorbereitung auf das CEI und im Monat vor dem Rennen, damit das Pferd bereits über eine solide Ausdauerbasis verfügt, um diese anspruchsvolle Übung gut zu bewältigen. Je nach angestrebtem Rennen zwischen 30 Minuten und 1 Stunde 30 Minuten, langsames Tempo (18–19 km/h) mit eventuell einigen schnellen Abschnitten, um die Monotonie zu durchbrechen, bestmöglicher Untergrund (Sand, weder zu tief noch zu fest). Je nach angestrebtem Ziel (Geschwindigkeitsziel) zwischen 1 und 4 Trainingseinheiten vor dem Rennen.

 

Gezielte Galopp-Trainings auf entsprechenden Pisten mache ich erst, seit ich international starte, also 100 Kilometer und mehr. Das Gelände der Ritte in der Schweiz, erfordert meines Erachtens kein Galopp-Training. Für Ritte in der Schweiz, welche meist nahrhafte Höhendifferenzen aufweisen, trainiere ich vor allem mit Bergtrab.

Für einen CEI3* habe ich jeweils 3 Galopp-Trainings absolviert: 3 Wochen vorher 45 bis 50 Minuten, 2 Wochen vorher 2 x 45 bis 50 Minuten mit einer Pause von 20 Minuten dazwischen und dann ein letztes Galopp-Training 5 bis 8 Tage vor dem Rennen von nochmals 45 bis 50 Minuten. Diese Galopp-Trainings habe ich jeweils auf der (sehr tiefen) Trainings-Sandbahn der Rennbahn Dielsdorf absolviert. Je nach Wetter, zugänglicher Infrastruktur und Trainingsbegleitung musste ich jeweils etwas von diesem Plan abrücken. Statt dem Training von 2 x 45 bis 50 Minuten Galopp, habe ich auch schon einen DRF mit 2 Runden absolviert. Das ist dann weniger schnell als ein Galopp-Training, dafür von längerer Dauer und damit vermutlich schonender für den Bewegungsapparat ... und besser für die Psyche des Pferdes.

 

Galopptraining erst für 100km! Vorher total unnötig und unsinnig! Ich trainiere auf der Galoppbahn und alleine. So kann ich genau mein Tempo reiten und mich voll auf das Pferd konzentrieren. Auf der Bahn haben wir Sandboden. Beim ersten Training max. 30 min. /ca.17-18km/h  (für ein erfahrenes und schon gut trainiertes Pferd) dann wöchentlich und Steigerung um jeweils 10 Min. bis zum Rennen. Letztes Galopptraining 10 Tage vor Wettkampf.

 

Ich halte nicht viel davon. Es macht erst Sinn für den 160km in höherem Tempo. Richtung 160 macht es sicherlich Sinn konstant 18 km/h auf der Rennbahn zu trainieren.

 

Bis 80km die mit max. 15km/h geritten werden, ist gezieltes Galopptraining meiner Meinung nach nicht nötig. Ab 1* macht es Sinn. Muss aber aufgebaut werden. Dauer ist abhängig vom Boden. Erstes Mal auf einer Bahn mit tiefem Boden reichen 20 Minuten. Danach wöchentlich steigern. Häufigkeit, Dauer und Boden (Gras oder Sand) ist abhängig vom Ritt für welchen ich trainiere und ob es der erste Ritt der Saison ist. Zutendaal 140km ohne Galopptraining, weil Bodenverhältnisse schlecht waren. Compiègne 160 3x Galopptraining Sand, alle 2 Wochen 1 Stunde bis 1,5 Stunden. 

Ich finde es sehr schwer da eine Regel aufzustellen, da es so individuell ist und von so vielen Faktoren abhängig ist.

 

Normalerweise beginne ich mit dem Galopptraining ab 80 km. Ich versuche, mindestens eine Trainingseinheit zwei Wochen vor dem Wettkampf zu absolvieren, eine weitere drei Wochen vorher und eine vierte vier Wochen vorher, sofern ich nicht mit ihnen an einem „Trainingsrennen“ über etwa 40 km teilnehme.

 

Erst ab FEI Level beginne ich mit konstanten Galopptrainings.

 

Ab 80km gezielt, davor mehr aus Spass mal, um die Bahn kennenzulernen, damit das CEI Pferd nicht allein das ganze Training machen muss…

 

Auf der Sandgaloppbahn oder im Wald, bereits ab den Vorbereitungsritten für 60 km. Je nach Alter der Pferde und je nachdem, worauf wir sie vorbereiten. Dabei passen wir natürlich die Zeiten, Distanzen und die Häufigkeit der Trainingseinheiten an, die zwischen 2 km und 100 km variieren (in mehreren Runden nach dem Prinzip eines Rennens). Für mich sind das Trainingseinheiten, die notwendig sind, um Rennen mit einer Geschwindigkeit von über 15 km/h zu bestreiten.

 

Galopptraining gibt es erst für 100km Ritte. Drei Wochen vorher ca. 1 Std Galopptraining auf 2x30 min aufgeteilt. Zwei Wochen vor dem Ritt erneut. Angestrebt wird ein gleichmäßiges Tempo ca. 20 - 22 km/h

 

Galopptraining macht man ab CEI Niveau und vorher hat das im Training nichts zu suchen. Galopptraining heisst mein Pferd kann minimum 30 min ohne Pause galoppieren. Alles darunter ist Aufbauarbeit und die braucht Zeit und Geduld, bis der Pferdekörper fähig ist gesund ein Galopptraining zu absolvieren.  Daher ist auf EVG Niveau Galopptraining ein no go und absolut nicht nötig. Galopptrainings nur auf top Boden möglichst geraden und flachen Strecken. Galopptrainings dauern je nach CEI-Niveau 1 - 3h. Dies mach ich 1x immer 2 Wochen vor dem Ritt. In der Trainingsphase wird 1x pro Woche mindestens 4km am Stück galoppiert.

 

Ab einer CEI*-Strecke von 100 km halte ich es für wichtig, diese einzubeziehen. Auch das Galopptraining muss schrittweise aufgebaut werden. Man sollte mit kleinen Einheiten beginnen. Allerdings ist es heutzutage schwierig, darauf zu verzichten, insbesondere angesichts der steigenden Geschwindigkeiten im Rennen. Man muss darauf achten, den Pferden im Rennen keine Anstrengungen abzuverlangen, für die sie vom Trainingsstand her noch nicht bereit sind. Der Boden muss sorgfältig ausgewählt werden. Harte Böden mit Resonanz sollten vermieden werden. Ich persönlich habe bei meinen Pferden noch nie Galopptrainings auf tiefem Boden durchgeführt, aber ich weiß, dass viele Reitställe diese Trainings erfolgreich praktizieren. Ich halte es für wichtig, die Pferde auch an diese Art von Belastung schrittweise heranzuführen, indem man mit kurzen Einheiten beginnt.

 

 

Mein Jungpferd lernt die Bahn früh kennen. Aber nicht um zu trainieren, sondern um die Bahn kennenzulernen. Ab 100 km gehe ich bewusst etwa 1 Stunde galoppieren mit 20 km/h auf der Spazier-Sandbahn in Avenches. Das 1-2 mal pro Monat. Denn bei uns im Gelände kann ich auch viel auf extra präparierten Wegen galoppieren.